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Geglaubt haben es die wenigsten, gehofft die meisten. Und geschafft haben sie es doch: Beim 10. VW Bus Deutschland Treffen an Pfingsten in Koblenz ist der halben Hand voll Helfern um Manfred Klee ihrem eigenen
Grundsatz treu geblieben, die Aktionen des voran gegangenen Treffens noch einmal zu steigern. Was nach schwimmfähigem Bulli, Bulli am Heißluftballon, am Helikopter, am Kran, auf Pontons, einen 40-Tonner ziehend oder
auf einem historischen Schmalspurzug stehend kaum mehr möglich schien.
Immerhin 880 Fahrzeuge und rund 5000 Teilnehmer und Gäste waren der Einladung des VW-Bus Clubs Koblenz, des ältesten VW-Bus Clubs Deutschlands, gefolgt. Was dafür sorgte, dass der
Campingplatz gegenüber dem Deutschen Eck und der Moselmündung um die Größe mehrerer Fußballfelder erweitert werden musste. Zwei Kilometer rheinabwärts fast nichts als
VW-Bullis – die wenigen Urlauber, die es geschafft hatten, ihren Stellplatz vor dem Club zu reservieren, verloren sich geradezu in der Menge.
Was bei aller Stimmung über die vier Tage hinweg wie ein Hauch von Wehmut über den Bullisten lag, war die Ankündigung von Clubgründer Manfred Klee, dass dieses das letzte VW Bus
Deutschland Treffen unter seiner Federführung sein sollte. Das aber hatte man von ihm schon öfter gehört....
Zunächst aber wurden solch trübe Gedanken weggewischt, denn mit Bulli Disco und RSL-T4 beim 24-Stunden-Rennen als Film am Freitag und Frühstückstafel am Samstag, Modellbus-Börse, Bootsfahrten,
Festungsbesichtigung und abendlichem Live Irish Folk von den Ramblin´ Rovers waren die ersten beiden Tage so schnell vorbei, dass die enorm zeit- und arbeitsaufwendigen Vorbereitungen glatt in Vergessenheit gerieten.
Der Sonntag stand tagsüber ganz im Zeichen des weltweit
längsten VW Bus Konvois, der diesmal VW-Bus-„Prinzen“-Konvoi hieß: Peter Gries, Inhaber der nahegelegenen Großbäckerei Griesson – de Beukelaer hatte als entschlossen und kurzfristig eingesprungener
Hauptsponsor das Koblenzer Team so großzügig unterstützt, wie man es eigentlich vom Volkswagenwerk erwartet und aus unerfindlichen Gründen nur in magerster Sparversion
bekommen hatte. 550 Bullis waren auf dem Weg zum Firmenhauptsitz in Polch, wo es außer den schon reichlichen Gaben am Veranstaltungsort noch mehr Kleingebäck gab.
Und einen brandneuen, serienmäßigen TDI-T5, der einen vollbeladenen 40-Tonner Keks-Sattelzug bergauf zog. Mit Frontantrieb! Das war nicht nur eine technische, sondern
auch eine fahrerische Leistung! Das Produkt T5 gewann an „starker“ Sympathie.
Der Abend gehörte dann der gewaltigsten Stimme des Rheinlands, Kniff Rosenbaum, der mit seiner Cocktailband und einem unerschöpflichen Repertoire an Rock-Klassikern wie gewohnt abräumte. Aber es kam
noch besser: Im plötzlich fast völlig abgedunkelten Zelt dröhnte der Liverpooler Fan-Song „You never walk alone“ aus den Monsterboxen, Nebelmaschinen hüllten das vollbesetzte Zelt ein und ein einzelner Spot
leuchtete auf, in dessen Lichtkegel der Kleesche T1-Camper „Pablo“ von Tochter Anna gefahren wurde. Parallel dazu schien ein zweiter, mystischer T1 über der einsetzenden Nebelwand zu schweben. Es war ein
realer, denn Vizepräsident Hajo Ross war, per Funk eingewiesen, am Moselufer unterwegs, untermalt von Klängen aus Peter Maffays Musical Tabaluga und Lilli, Freddy Mercurys „The Show must go on“ und
Tabaluga-Texten, die von Club-Riese Norman im weißen Gewand rezitiert wurden. Was danach kam, hielt keinen mehr auf den Stühlen: Das völlig unbeleuchtet herangefahrene Löschboot der Berufsfeuerwehr
Koblenz stand abrupt im hellen Schein bengalischer Beleuchtung und spritzte im Rhythmus der Musik das bekannte VW-Logo als Wassersäule in die Luft. So etwas war noch nie dagewesen!
In diese ergreifende Szene mischte sich dann doch noch so etwas wie Anerkennung seitens des VW-Werks, als Hajo Ross eine Urkunde von Bernd Wiedemann, Vorstandssprecher von Volkswagen Nutzfahrzeuge, an
Manfred Klee überreichte, die dem Mitbegründer des VW Bus Clubs Koblenz und Hauptinitiator der VW Bus Deutschland Treffen eine zumindest kleine Würdigung zuteil werden ließ.
Man spürte, es lag noch etwas in der Luft. Das sich bis zum Montag, dem
Tag des Abschieds für die Bulli-Fahrer, hielt. Genau passend zur immer etwas wehmütigen Stimmung, wenn ein gelungenes Fest zu Ende geht, spielte der
bekannte Liedermacher HJO Krausen ruhige Lieder auf deutsch und Balladen mit handgemachter Musik. „Die Gedanken sind frei“ und auch „Über den Wolken“. Bei dem Wader-Song „Komm´ Freunde, lasst es mich einmal
sagen....“ griff Manfred Klee selbst zum Mikro und sang, noch nicht einmal so schlecht, den ergreifenden und passenden Text mit. „...schön wieder hier zu
sein, schön Euch zu seh´n“ Und dabei meinte der Präsident die treuen Teilnehmer, die schon über 21 Jahre zu „seinen“ VW-Bus-Deutschland-Treffen gekommen waren. Die Gesichter, die sich in all
den Jahren kaum aber doch sichtbar verändert haben. Manfred sprach sichtlich gerührt das soeben erlebte an, die Geschichte der Familie König aus Dreieich. Sie waren schon 1985 in Güls dabei, hatten
damals so einen kleinen Jungen mit Rotznase dabei. Genau dieser kleine Junge, heute selber Vater, hatte Manfred seinen Nachwuchs auf den Arm gegeben. Die dritte Generation von Bulli-Fahrern, die bei den
VW-Bus-Deutschland-Treffen des VW-Bus-Club Koblenz teilnimmt.
Es schockte auch die Königs, als Manfred Klee bei seiner abschließenden Ansprache verkündete, das es definitiv keine VW-Bus Deutschland Treffen mehr geben wird. In Zukunft sollen Ehefrau und Familie nicht
mehr den enormen Strapazen einer Treffenvorbereitung ausgesetzt sein und in den verdienten Vordergrund rücken. Auch wenn es viele nicht glauben wollten, es wurde unumstößlich, als der Präsident seine
Entscheidung zementierte: „Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören!“ Als ihn eine Teilnehmerin daraufhin spontan umarmte, konnte nicht nur er die Tränen der Rührung nicht mehr zurückhalten. Ein Heer
gezückter Taschentücher ließ eine Stimmung aufkommen wie bei einem Beatles Konzert in den frühern 60ern.
Es war ein rundum gelungenes Treffen, bei dem an alles gedacht worden war, von stationären Sanitätsdienst der Malteser über die touristischen Höhepunkte der mehr als 2000 Jahre alten Handelsstadt
Koblenz bis hin zum Bulli-Teller für 6.- Euro von „Alte Brauerei“-Wirt Uli und dem Bier zum 60er Jahre Preis von nur einem Euro.
Und den 8000. Bulli seit Bestehen der Treffen konnte man auch begrüßen: er wurde von Dirk Rom aus München pilotiert.
Vom Bulli selbst wird sich Manfred Klee nicht zurückziehen, dazu ist die Leidenschaft zu groß. Und wer ihn, seine unerschöpflichen Ideen und seinen kreativen Kopf kennt, weiß, dass sein Name schon bald wieder
irgendwie, irgendwo, irgendwann, aber immer mit Bulli, auftauchen wird. (Sind wir mal gespannt!)
Tschüß Manfred, man sieht sich! Im VW-Bus!
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